Dieser Artikel stammt aus www.diepresse.at vom 09.01.2003. Wir danken dem Verlag, dass wir die Kopie des Artikels hier dauerhaft zeigen dürfen.

Griechenlands zweites Gesicht

Thrakien ist mehr als nur ein Korridor in die Türkei. Wer landschaftliche Schönheit, historische Sehenswürdigkeiten und einsam-ursprüngliche Strände abseits von griechischen Tourismus-Konglomeraten sucht, wird in Thrakien fündig.

von Claudia Dabringer 

Im Westen begrenzt der Nestos die griechische Region, im Norden die hohe Bergkette der Rhodopen. Einsame Wälder, nahezu unberührte Natur und mittendrin die griechisch-hellenische Festung Kalvya – Wanderherzen lässt dieser Kontrast höher schlagen. Große Rundtürme und gewaltige Zisternen prägen das antike Fort, das nur über eine Schotterstraße zu erreichen ist.


©Andrea Sikorsky

Orient zum Schnuppern

Spärlich asphaltierte Straßen sind in Thrakien keine Seltenheit. Sie führen durch fruchtbare Ebenen, in denen Obst, Gemüse und der geschätzte Xantiyaka-Tabak angebaut wird. Die größte muslimische Minderheit Griechenlands prägt diese Region: das türkische Stadtviertel von Xanthi mit seinen pastellfarbenen alten Häusern und den schmiedeeisernen Balkonen oder das orientalisch geprägte Komitini mit seinen basarähnlichen Geschäfte und Kaffeehäuser.

Zwischen Xanthi und Komotini liegt die unvergleichlich schöne Lagunenlandschaft rund um den Jachthafen Porto Lago und den Vistonis-See. Blickfang ist die kleine Kirche des Agios Nikolao. Sie gehört dem Klosterbesitz Vatepediou auf Athos und darf als eines der wenigen Athos-Güter auch von Frauen besichtigt werden. Porto Lago selbst ist ein Geheimtipp für Liebhaber einsamer Strände.

Spektakuläre Spots

Unendliche Ruhe in überwältigender Landschaft bieten die Ruinen der antiken Stadt Maroneia, platziert auf der Kuppe einer fast senkrecht abfallenden Steilküste aus korallenrot leuchtender Erde und eingebettet in Tausende von uralten Olivenbäumen. Am Fuße breitet sich ein kilometerlanger weißer Kiesstrand aus.

Einige einsame Gegenden weiter legt in Alexandroupolis die Fähre nach Samothraki ab.

Rauhe Berge, bildschöne Strände und einsame Badebuchten erwarten ruhesuchende Teilzeit-Insulaner, wenn das Schiff in den Hafen von Kamariotissa einläuft. Atmosphärisch hübsch, ist der kleine Hafenort mit seiner Kieselbucht ideal für Sonnenanbeter und Surfer. Samothraki ist aber auch die Insel des „Heiligtums der Großen Götter“, freigelegt in Palaiopolis. Unter anderem fanden hier französische Ausgräber die berühmte Statue der „Nike von Samothrake“, die heute im Louvre zu sehen ist.

Tourismus – fast ein Fremdwort

Einige Kilometer weiter bezaubern die beiden, vom Tourismus verschonten Siedlungen Kariotes und Ano Kariotes. Auf vielen Privatgrundstücken wird Wein angebaut, den man in den Tavernen und Restaurants am Meer verkosten kann.
Kurios präsentiert sich auch der kleine Kurort Loutra, in dem Heilsuchende an den heißen Schwefelquellen, junge griechische Rucksack-Touristen und Aussteiger aufeinander treffen.

Im Süden Samothrakis sind wunderbare Strände und Buchten zu entdecken. Beispielsweise den einzigen Sandstrand in Pachia Ammos, vor dem Hintergrund ansteigender herrlicher Olivenhaine. Oder Akros Kipos, den größten schwarzen Kiesstrand der Insel. Sehenswert ist auch die Steilküste bei Kremasto, von der aus etwa 60 Meter hohe Wasserkaskaden ins Meer stürzen. Dieses Naturschauspiel ist nur mit dem Boot zu erreichen. Stille gemütliche Badeplätze sind auch in der Nähe des Örtchens Lakkoma zu finden.

(c) Andrea Sikorsky Malerische Bergwelt

Kontrast bietet das Bergdorf Chora. Es schmiegt sich wie ein Amphitheater an das Saos-Gebirge. Die malerischen Gassen mit den traditionellen Häusern und die mittelalterliche Turmruine bieten herrliche Motive – auch für Photographen. Von hier lässt sich auch der höchste Berg der Insel, der Fengari oder „Mondberg“ mit 1611 Metern, besteigen. Bei klarem Wetter kann man die Gipfel des Athos erkennen und nach Osten geht der Blick bis zur türkischen Küste am Golf von Sarros.

Weitblick in der Einsicht – Griechenland zeigt sich in Thrakien von seiner ursprünglichsten Seite. Wer diese Region bislang nur passiert oder auf der Insel Thasos nur Badeurlaub gemacht hat, sollte das nächste Mal einfach aussteigen oder ausschwärmen und genießen.

Thrakien – Tips & Infos

Reisezeit: Die beste Reisezeit für Thrakien ist der Mai. Wanderer finden in diesem Monat mit Tageshöchsttemperaturen von 18 bis 22 Grad optimale Bedingungen. Darüber hinaus steht die fruchtbare Region in voller Blüte und man trifft wenig andere Touristen.

Anreise: Lauda Air fliegt in der Sommersaison jeden Donnerstag mit GTT nach Kavala (Makedonien). Infos: Tel. 01/7000-777. Ansonsten kommt man via Athen und einem Anschlußflug nach Alexandroupoli oder Kavala in die Region zwischen Nestos und Evros.
Autofahrer sollten über Italien und mit der Fähre einreisen, da allgemein von der sogenannten „Autoput“, der Europastraße 75, abgeraten wird. Die Fährvariante empfiehlt sich auch für Bahnreisende. Sie sollten ein Schiff nach Piräus aussuchen; von hier ist Thrakien mit dem Zug gut zu erreichen.Die Fähren nach Samothraki legen von Alexandroupoli im Juli und August zweimal täglich ab.

Weiterführende Links
http://www.diepresse.at/default.asp?channel=r&ressort=ra&id=330368

www.go4sun.de/go4sun/ORT/46
www.griechenlandinformation.de/thrakien
http://www.kefk.net/Webtravel/gr/Regionen/Thrakien/index.asp


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